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Bodo

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Was passiert, wenn unsere Kund*innen zusammenkommen?

Ich stehe vor der Tür von Hanseatic Help e.V. in der Großen Elbstraße in Hamburg und bin nervös. Es ist Dezember, es ist kalt, und in wenigen Minuten werden hier 30 Menschen auftauchen, die sich nicht kennen. Sie haben eine E-Mail von uns bekommen, haben sich angemeldet – und ich habe keine Ahnung, ob das funktioniert, was wir uns vorgenommen haben.

Neben der Eingangstür klebt ein selbstgemachtes Schild: "Ela Mo – After Work Help". Mit Klebeband befestigt. Darüber das Hanseatic-Help-Logo.

Unser selbst gebasteltes Schild neben dem Logo von Hanseatic Help e.V.

Die Idee

Im Sommer 2025 hatten über 900 Kund*innen an unserem Impact Survey teilgenommen. Fast 40 Prozent sagten: "Ich kann mir vorstellen, die Arbeit eurer Impact-Partner aktiv zu unterstützen – am liebsten gemeinsam mit anderen." Dieser Satz hat uns nicht losgelassen. Also haben wir beschlossen, es auszuprobieren: Kund*innen einladen, nach Feierabend bei einem unserer Partner mit anzupacken. Kein Vorwissen nötig, keine Verpflichtung. Einfach kommen, mitmachen, gemeinsam etwas bewegen.

Im Dezember 2025 fand der erste Pilot in Hamburg bei Hanseatic Help e.V. statt – Winterkleidung sortieren und packen für obdachlose Menschen. Knapp drei Monate später wiederholten wir das Ganze in Berlin bei der Berliner Tafel e.V. – diesmal mit Lebensmittelspenden. Dass Unternehmen Social Days mit ihren Mitarbeitenden machen, ist nicht neu. Aber dass ein Unternehmen seine Kund*innen einlädt, das hatten unsere Partner so noch nicht erlebt.

Ankommen

Einige schrieben und sagten mir vorher: "Ich habe schon immer darüber nachgedacht, mich ehrenamtlich zu engagieren, aber bin nie aktiv geworden." Manche kamen allein, andere brachten ihre Freundin oder ihre Partnerin mit. Und was ich schön fand: Nicht nur ich war aufgeregt – den Teilnehmenden ging es genauso. Keiner wusste so recht, was passieren würde. Aber genau darin waren wir uns schon einig, bevor es überhaupt losging.

„Wir wussten im Vorfeld nicht so genau, was uns erwartet. Umso mehr waren wir überrascht von der Größe und Organisation." (Sabine & Heike)

Teilnehmende stehen in der großen Halle der Tafel Berlin e.V. im Kreis und bekommen Instruktionen, was es an diesem Abend zu tun gibt.

In Hamburg standen wir dann mit 30 Leuten in der Halle von Hanseatic Help e.V.. In Berlin mit 20 Leuten in der Lagerhalle der Berliner Tafel e.V. am Großmarkt. Beide Male das gleiche Bild: eine Gruppe von Menschen, die sich unsicher umschaut. Eine kurze Begrüßung durch mich – warum seid ihr hier, was hat Ela Mo mit dieser Organisation zu tun? Dann übernahm das Team vor Ort und erklärte, was zu tun ist, wem die Arbeit zugute kommt und wie wichtig die ehrenamtlichen Helfenden für ihre Arbeit seien.

Ins Tun kommen

Nach der Einweisung wurden wir in Gruppen aufgeteilt und auf verschiedene Stationen verteilt. In Hamburg ging es an Kleiderspenden – sortieren, prüfen, packen. In Berlin an Lebensmittel – Kisten sichten, nach Kategorien ordnen, für die Ausgabestellen zusammenstellen. Und dann war es schön zu sehen, wie das gemeinsame Tun verbindet: Innerhalb der Gruppen entwickelten sich schnell eigene Abläufe. Jemand reichte Kisten an, jemand sortierte, jemand stapelte. Man sprach sich ab, ohne sich zu kennen.

Teilnehmende stehen vor gepackten Lebensmittelkisten, die sie auf einem Tisch befüllt haben.

„Viel Spaß mit anderen Helfern haben und gleichzeitig etwas Gutes tun. Ein super Gefühl." (Katrin)

Ich stand da mit meiner Tochter – in Berlin hatte ich sie mitgenommen – und beobachtete, wie sich Menschen, die sich eine Stunde zuvor noch nicht kannten, miteinander organisierten, als hätten sie das schon öfter gemacht. In Hamburg hatten Fabian und Teresa ihre Familien dabei. Das gemeinsame Ziel – für andere etwas Sinnvolles tun – hat uns schneller zusammengebracht, als es jedes Kennenlerngespräch gekonnt hätte. Und ganz nebenbei wurden zwischen den Kisten auch Tipps zu verschiedenen Ela Mo Rucksackmodellen ausgetauscht.

Eine Teilnehmerin hält zufrieden verschiedene Babynprodukte in die Kamera und grinst.

Was bleibt

Nach drei Stunden in Hamburg, nach vier in Berlin waren alle körperlich geschafft. Aber die Gesichter erzählten eine andere Geschichte. Erschöpft und gleichzeitig aufgeladen – dieses Gefühl, gemeinsam etwas geschafft zu haben, das über den eigenen Alltag hinausgeht.

„Besonders in Erinnerung geblieben ist mir die Kraft der Gemeinschaft – dass viele Menschen zusammenkommen und für etwas Gutes einen kleinen Beitrag leisten, der an anderer Stelle Großes bewirken kann." (Tatjana)

Hannelore schrieb uns: Der Abend habe ihr deutlich gezeigt, in welcher Überflussgesellschaft wir leben – und wie wichtig es ist, dass es Menschen gibt, die sich für andere einsetzen. Andrea formulierte es so: Das Gefühl, in einer tollen Gemeinschaft etwas Sinnvolles getan zu haben – mit den eigenen Händen. Und Tatjana erzählte, dass die gemeinsame Aktion sie und ihre Freundin noch ein Stück mehr verbunden habe.

Was mich besonders berührt hat: Einige Teilnehmende sind danach auf eigene Faust wiedergekommen. Claudia hat nach der Aktion bei Hanseatic Help e.V. Werbung im Freundeskreis gemacht und ist mit einem Freund noch einmal zum Helfen hingefahren. Andere schrieben uns, dass sie bereits Spendenkisten gepackt im Keller stehen haben.

Insgesamt haben 50 Menschen an beiden Abenden gemeinsam 170 Stunden Ehrenamt geleistet. Das sind Zahlen, die sich gut anfühlen. Aber was wirklich zählt, ist das, was danach passiert: wenn Menschen zum ersten Mal erleben, dass Helfen keine große Hürde ist – und wiederkommen und Gemeinschaft erleben.

 

Drei zufriedene Helfer*innen stehen vor einem von Ihnen befüllten Lebensmittelregal.

Wie es weitergeht

Die beiden Events "Anpacken mit Ela Mo" waren ein Experiment. Zwei Abende, zwei Städte, eine Frage: Funktioniert das? Die Antwort ist: Ja. Und zwar besser, als wir gehofft hatten.

2026 geht es weiter. Das nächste Event planen wir für April in Essen. Wenn Du beim nächsten Mal dabei sein möchtest – halte die Ohren offen. Wir melden uns. 🧡

Mehr über unsere Impact-Partner und wie Du Dich engagieren kannst, erfährst Du hier:

https://www.elamo.me/pages/impact-partner